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Transitkuhmanagement – Grundlegendes Wissen

Grundlegendes Wissen
Transitkuhmanagement

Transitphase

Vorteile eines guten Transitkuhmanagements sind eine höhere Tiergesundheit, weniger Komplikationen bei der Geburt und dadurch weniger weiterer Arbeits-, Zeit- und Kostenaufwand, sowie eine bessere Milchleistung. Im Rahmen dieses Moduls wird gezeigt, welche Faktoren die Transitphase beeinflussen und wie Sie mögliche Probleme in diesem Bereich erkennen können. 

Als Betreuer und Betreuerin können Sie die Kuh in der Transitphase unterstützen, indem Sie auf folgende Faktoren achten: Fütterung, Wasserversorgung, Haltungshygiene und Verhaltensbeobachtung.

Des Weiteren sind die Aspekte Aufstallung, Stallklima, Gruppenzusammenstellung, Altmelkerfütterung und Trockenstellen im Transitkuhmanagement bedeutend für die Gesundheit und das Wohlergehen von Kuh und Kalb. Weitere Informationen zu den Themen finden Sie in den jeweiligen Lernmodulen.

Haltungshygiene

Standort, klimatische Einflüsse und Hygiene haben einen starken Einfluss auf das Wohlbefinden der Tiere. Als Betreuer und Betreuerin können Sie die Kuh in der Transitphase unterstützen, indem Sie auf folgende Faktoren achten: 

  • Regelmäßig ausmisten
  • Boden regelmäßig säubern & desinfizieren
  • Tränken täglich säubern
  • Liegebereich trocken halten
  • Luftaustausch gewährleisten Zugluft verhindern
  • Kühe / Färsen zur Kalbung separieren

Haltungshygiene

Sauberer, gut eingestreuter Liegebereich. Tiefboxen müssen täglich von Verunreinigungen gesäubert und regelmäßig in kurzen Abständen oberflächlich mit Häckselstroh eingestreut werden. Das Einbringen von Desinfektionskalk unter die obere Strohschicht mindert das Infektionsrisiko.

Quelle: RGD Thüringen

Trockene und saubere Einstreu in ausreichendem Maße fördert den Liegekomfort und verhindert Verletzungen während der Kalbung. Das Infektionsrisiko für die Kuh und das neugeborene Kalb sinkt.

Quelle: RGD Thüringen

Durch das Aufbringen von Häckselstroh auf die Liegematte verbessert sich der Liegekomfort und dadurch auch die Liegezeit. Die Tiere sind sauberer und das Risiko für z. B. Euterinfektionen sinkt.

Quelle: RGD Thüringen

Verunreinigte und feuchte Einstreu mindert das Wohlbefinden der Kühe und erhöhte das Risiko für Erkrankungen bei Kühen und neugeborenen Kälbern.

Quelle: RGD Thüringen

Liegematten müssen regelmäßig komplett gereinigt werden. Angetrockneter Kot wird scharfkantig und kann zu Hautverletzungen führen. Das Risiko für Mastitiden steigt. Die Verwendung von z. B. Häckselstroh zur Abdeckung der Kunststoffmatte ist empfehlenswert.

Quelle: RGD Thüringen

Schlecht gepflegte Tiefliegeboxen steigern das Mastitisrisiko und führen zu Schäden an Haut und Gelenken.

Quelle: RGD Thüringen

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Achtung

Dringend handeln bei:

·      Lahmheiten

·      Ausgrätschen der Tiere, v. a. um die Kalbung herum

·      mangelhafte Sauberkeit der Tiere

·      gehäuftes Auftreten von Euterentzündungen

·      verminderte Futter- und/oder Wasseraufnahme

·      Auftreten von Verletzungen / Wunden

·      Durchfallerkrankungen bei wenigen Tagen alten Kälbern

·      Auftreten von Atemwegserkrankungen

So sollte gehandelt werden:

·      im Notfall sofort den Tierarzt oder die Tierärztin kontaktieren

·      wenn die Tiere sofort Hilfe benötigen (Ausgrätschen!), dann Kollegen und Herdenmanagement kontaktieren

·      weitere Dokumentation & Verantwortlichkeiten werden vom Herdenmanagement entschieden

Fütterung

Die Art der Rationszusammensetzung, der Futterdarbietung und die Futterqualität wirken sich erheblich auf den Verlauf der Transitphase aus

  • das vorgelegte Futter muss dem tatsächlichen Bedarf der Transitkuhgruppe entsprechen (Qualität und Menge!)
  • strukturreiche Futtermittel wie Heu oder Futterstroh müssen eingesetzt werden (Heu auch als Einzelkomponente, Stroh in Ration eingemischt) 
  • die Futterkomponenten müssen frei von Schimmelpilzen und/oder Hefen sowie anderen Verunreinigungen bzw. Fremdkörpern (z.B. Klumpen in der Silage) sein
  • Sichtkontrolle, Auffälligkeiten müssen dem Herdenmanager gemeldet werden
  • der Futtertisch muss täglich gereinigt (sauber abgeschoben) werden
  • keine Verfütterung von Restfutter anderer Tiergruppen

Fütterungsmanagement

Verunreinigungen auf dem Futtertisch müssen schnellstmöglich beseitigt werden, um eine gute Fütterungshygiene zu gewährleisten. Kühe reagieren empfindlich auf kleinste geruchliche und geschmackliche Einflüsse.

Quelle: RGD Thüringen

Milchkühe müssen den gesamten Tag und die Nacht über Zugang zu gutem Futter haben. Der Futtertisch sollte nur für einen kurzen Zeitraum (Reinigung) leer sein. 

Quelle: RGD Thüringen

Durch das Fressverhalten der Kühe wird das Futter zum Teil vom Krippenbereich weggeschoben. Damit die Tiere stetig Zugang zum Futter haben, muss dieses regelmäßig herangeschoben werden.

Quelle: RGD Thüringen

Zusätzliche Futtertröge, wie die Kraftfutterschalen in AMS oder gesonderten Kraftfutterstationen, müssen täglich mindestens einmal kontrolliert und gereinigt werden.

Quelle: RGD Thüringen

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Leerer Futtertisch: Ein über einen längeren Zeitraum leerer Futtertisch kann zu Tiergesundheitsstörungen und Leistungsverlust führen.

Achtung

Dringend handeln bei:

·      vermehrt oder kaum Restfutter oder starke Schwankungen der Restfuttermenge im Tagesvergleich

·      aussortiertes Futter (zu langes Stroh) bzw. keine gute Vermischung

·      deutlich erkennbare Zu- oder Abnahme der Körperkondition

·      Festliegen um die Kalbung herum oder einige Tage danach

·      abnorme Verhaltensweisen, wie z. B. Harnsaufen, an Wänden lecken

·      erhöhte Krankheitsanfälligkeit

·      dünnbreiiger Kot bzw. Durchfall

·      zu fester Kot, dunkel eingefärbter Kot

So sollte gehandelt werden:

·      Meldung an Management

·      Funktionalität der Tränke- bzw. Futtereinrichtung überprüfen

·      bei Durchfallgeschehen gutes Heu vorlegen

Visueller Gesundheitszustand

Eine zu dünne Kotkonsistenz während der Transitphase, so wie hier im Bild, ist ein Hinweis auf Fütterungsfehler bzw. eine krankhafte Veränderung im Verdauungsapparat des Tieres.

Quelle: RGD Thüringen

Eine deutliche Abmagerung während der Trockenstehphase bzw. in den Tagen nach der Kalbung kann ein Hinweis auf gesundheitliche Probleme und/oder Rangordnungsprobleme sein. Sind mehrere Tiere der Haltungsgruppe betroffen, sollten die Fütterung und Wasserversorgung sowie die Haltungseinrichtung und Arbeitsabläufe geprüft werden.

Quelle: RGD Thüringen

Trockensteher mit guter Körperkondition. Die Körperkondition (BCS) sollte zum Trockenstellen zwischen 3,5 und 4,0 liegen. Sie darf sich während der Trockensteh- und Transitphase nicht mehr als 0,5 BCS – Punkte verändern. 

Quelle: RGD Thüringen

Vorbereiter mit zu geringer BCS

Quelle: RGD Thüringen

Überkonditionierte Kuh. Fettauflagerungen im Bereich des Beckens und der Schwanzwurzel können das Weiten des Geburtsweges einschränken und dadurch zu Geburtsstockungen führen. Kühe mit einem BCS ≥ 4 neigen verstärkt zu Ketosen und Fettmobilisationssyndrom.

Quelle: RGD Thüringen

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Wasserversorgung

Eine gute Wasserversorgung ist ausschlaggebend für eine gute Futteraufnahme, wichtig sind hierbei:

  • ausreichend viele und große Tränken (insgesamt 10 cm Wasserfläche pro Tier)
  • leichte Nutzbarkeit für die Tiere
  • leichte Bedienbarkeit für Menschen
  • regelmäßiges Reinigen der Tränken, um Biofilmbildung zu verhindern
  • gute Wasserqualität (bei Oberflächen-, Brunnen- oder Zisternenwassermuss die Qualität mindestens einmal jährlich geprüft werden)
    • schlechte Wasserqualität erkennt man daran, dass sich vermehrt Biofilm bildet → Tränken müssen deutlich häufiger gereinigt werden

Dringend handeln bei:

·      verminderte Futteraufnahme

·      zu geringe Milchleistung

·      Harnsaufen bzw. Jauchepfützen lecken

·      Stau im Tränkebereich / an den Tränken

·      intensive Biofilmbildung trotz regelmäßiger und gründlicher Reinigung

·      Rot- / Orangefärbung der Tränken

·      Durchfall

·      zu fester Kot

Wasserversorgung

Durch den Eintrag von Futterresten kommt es in den Tränken schnell zu einer Verunreinigung des Tränkwassers und zur Biofilmbildung. Das beeinflusst die Schmackhaftigkeit und damit die Wasseraufnahme negativ. Die tägliche Reinigung der Tränken ist unverzichtbar.

Quelle: RGD Thüringen

Kühe sind Saugtrinker und saufen am liebsten von der freien Wasseroberfläche. Querverstrebungen am Tränkebecken oder andere bauliche Begrenzungen schränken die normale Wasseraufnahme ein.

Quelle: RGD Thüringen

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Tierbeobachtung

Eine regelmäßige und eingehende Tierbeobachtung ist essentiell, um mögliche Probleme schnell zu erkennen und darauf reagieren zu können. Die Tierbeobachtung sollte regelmäßig durchgeführt und fest in den Arbeitsablauf des Tages bzw. der Schicht integriert werden.

Es ist immer wichtig einen ruhigen und stressarmen Umgang mit den Tieren zu pflegen. Wichtig dabei ist die Kenntnis über normales Verhalten, damit auch schongeringe Abweichungen davon erkannt werden können.

Achtung

Dringend handeln bei:

·      einzelne Tiere blockieren Fressplätze oder Tränken

·      jüngere Tiere stehen abseits, trauen sich nicht an Futter- und / oder Tränkstellen heranzutreten

·      Auftreten von Wundflächen Verletzungen (vor allem, wenn horntragende Kühe mit in der Gruppe sind)

·      Unruhe bzw. nervöse Reaktion auf Tierpfleger

·      Störungen des Kalbeverlaufs (z.B. Verzögerung, Geburtshilfe, Totgeburten)

·      Verletzungen bei neugeborenen Kälbern

·      Lahmheiten

·      Ausgrätschen der Tiere, v.a. um die Kalbung herum

·      Schweratmigkeit

·      Husten

Kuh mit Verletzungen
auffälliges Tierverhalten

Zusammenfassung

Der Verlauf der Transitphase hat einen entscheidenden Einfluss auf die Kalbung und die nachfolgende Laktation. Wichtige Faktoren sind dabei der Standort der Tiere, die Gestaltung der Fütterung einschließlich der Wasserversorgung sowie die Durchführung des Trockenstellens.

Durch eine regelmäßige und eingehende Tierbeobachtung können Probleme in diesem Bereich schnell erkannt und die Ursachen dafür abgestellt werden.  

Als Betreuer können Sie die Transitkuh unterstützen, indem Sie

  • Mindestens einmal täglich das Verhalten der betreffenden Tiere beobachten
  • die Futteraufnahme kontrollieren
  • täglich die Tränken säubern und deren Funktion überprüfen,
  • die Liegeflächen, und gegebenenfalls Laufflächen, sauber halten
  • einen ruhigen und stressarmen Umgang mit den Tieren pflegen

Quiz zur Lernkontrolle

Frage 1
Was versteht man unter dem Begriff Transitphase?
Transitphase
Transport von Tieren zwischen zwei Betrieben
Übergang zwischen Trockenstehphase und folgender Laktation
Anfahrt des Mitarbeiters zum Betrieb
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Frage 1
Welcher Zeitraum wird als Transitphase bezeichnet?
Transitphase
30 Tage vor bis 30 Tage nach der Kalbung
Zeit, die der Betriebsleiter zum Anziehen der Gummistiefel braucht
Zeitraum zwischen zwei Melkungen
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Frage 1
Wie sollte die Tierbeobachtung ablaufen?
Verhaltensbeobachtung
Einmal pro Woche bzw. wenn man zufällig an dem Haltungsbereich vorbeikommt.
Regelmäßig und als fester Bestandteil des Arbeitsablaufs
Das kann man während eines längeren Telefonats mit erledigen
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Frage 1
Welche der folgenden Situationen haben KEINEN Einfluss auf die Transitkuh?
Haltungshygiene
Fütterung
Der Futtermischwagen ist defekt, deshalb werden die Futtermittel einzeln und nacheinander vorgelegt
Die Melkerin trägt gerne eine rosafarbene Schürze und grüne Handschuhe
Die Wasserleitungen sind eingefroren und im Abkalbestall teilweise geplatzt
Zur Weihnachtszeit hat der Futterfahrer den altmelkenden Kühen eine besonders gute Ration gemischt
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Frage 1
Welche Aussage ist richtig?
Wasserversorgung
Verhaltensbeobachtung
Wenn Kühe den Harn anderer Kühe saufen besteht kein Handlungsbedarf.
Bei Euterentzündungen direkt nach der Geburt ist alles in Ordnung.
Wenn neugeborene Kälber matt sind und nicht richtig saufen, sollte man dringend handeln
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Herzlichen Glückwunsch!

Quiz wiederholen
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