Transitphase
Die Transitphase beschreibt den Zeitraum von 30 Tagen vor der Kalbung bis 30 Tage nach der Kalbung.
Das Transitkuhmanagement ist entscheidend für den Kalbeverlauf und den Start der Kuh in die nächste Laktation.
In der Transitphase durchläuft die Kuh viele Veränderungen, deshalb reagiert sie sensibler auf die Einflüsse ihrer Umgebung.

Vorteile eines guten Transitkuhmanagements sind eine höhere Tiergesundheit, weniger Komplikationen bei der Geburt und dadurch weniger weiterer Arbeits-, Zeit- und Kostenaufwand, sowie eine bessere Milchleistung. Im Rahmen dieses Moduls wird gezeigt, welche Faktoren die Transitphase beeinflussen und wie Sie mögliche Probleme in diesem Bereich erkennen können.
Als Betreuer und Betreuerin können Sie die Kuh in der Transitphase unterstützen, indem Sie auf folgende Faktoren achten: Fütterung, Wasserversorgung, Haltungshygiene und Verhaltensbeobachtung.
Des Weiteren sind die Aspekte Aufstallung, Stallklima, Gruppenzusammenstellung, Altmelkerfütterung und Trockenstellen im Transitkuhmanagement bedeutend für die Gesundheit und das Wohlergehen von Kuh und Kalb. Weitere Informationen zu den Themen finden Sie in den jeweiligen Lernmodulen.
Haltungshygiene
Standort, klimatische Einflüsse und Hygiene haben einen starken Einfluss auf das Wohlbefinden der Tiere. Als Betreuer und Betreuerin können Sie die Kuh in der Transitphase unterstützen, indem Sie auf folgende Faktoren achten:
- Regelmäßig ausmisten
- Boden regelmäßig säubern & desinfizieren
- Tränken täglich säubern
- Liegebereich trocken halten
- Luftaustausch gewährleisten Zugluft verhindern
- Kühe / Färsen zur Kalbung separieren

Achtung
Dringend handeln bei:
· Lahmheiten
· Ausgrätschen der Tiere, v. a. um die Kalbung herum
· mangelhafte Sauberkeit der Tiere
· gehäuftes Auftreten von Euterentzündungen
· verminderte Futter- und/oder Wasseraufnahme
· Auftreten von Verletzungen / Wunden
· Durchfallerkrankungen bei wenigen Tagen alten Kälbern
· Auftreten von Atemwegserkrankungen
So sollte gehandelt werden:
· im Notfall sofort den Tierarzt oder die Tierärztin kontaktieren
· wenn die Tiere sofort Hilfe benötigen (Ausgrätschen!), dann Kollegen und Herdenmanagement kontaktieren
· weitere Dokumentation & Verantwortlichkeiten werden vom Herdenmanagement entschieden
Fütterung
Die Art der Rationszusammensetzung, der Futterdarbietung und die Futterqualität wirken sich erheblich auf den Verlauf der Transitphase aus
- das vorgelegte Futter muss dem tatsächlichen Bedarf der Transitkuhgruppe entsprechen (Qualität und Menge!)
- strukturreiche Futtermittel wie Heu oder Futterstroh müssen eingesetzt werden (Heu auch als Einzelkomponente, Stroh in Ration eingemischt)
- die Futterkomponenten müssen frei von Schimmelpilzen und/oder Hefen sowie anderen Verunreinigungen bzw. Fremdkörpern (z.B. Klumpen in der Silage) sein
- Sichtkontrolle, Auffälligkeiten müssen dem Herdenmanager gemeldet werden
- der Futtertisch muss täglich gereinigt (sauber abgeschoben) werden
- keine Verfütterung von Restfutter anderer Tiergruppen
Achtung
Dringend handeln bei:
· vermehrt oder kaum Restfutter oder starke Schwankungen der Restfuttermenge im Tagesvergleich
· aussortiertes Futter (zu langes Stroh) bzw. keine gute Vermischung
· deutlich erkennbare Zu- oder Abnahme der Körperkondition
· Festliegen um die Kalbung herum oder einige Tage danach
· abnorme Verhaltensweisen, wie z. B. Harnsaufen, an Wänden lecken
· erhöhte Krankheitsanfälligkeit
· dünnbreiiger Kot bzw. Durchfall
· zu fester Kot, dunkel eingefärbter Kot
So sollte gehandelt werden:
· Meldung an Management
· Funktionalität der Tränke- bzw. Futtereinrichtung überprüfen
· bei Durchfallgeschehen gutes Heu vorlegen
Wasserversorgung
Eine gute Wasserversorgung ist ausschlaggebend für eine gute Futteraufnahme, wichtig sind hierbei:
- ausreichend viele und große Tränken (insgesamt 10 cm Wasserfläche pro Tier)
- leichte Nutzbarkeit für die Tiere
- leichte Bedienbarkeit für Menschen
- regelmäßiges Reinigen der Tränken, um Biofilmbildung zu verhindern
- gute Wasserqualität (bei Oberflächen-, Brunnen- oder Zisternenwassermuss die Qualität mindestens einmal jährlich geprüft werden)
- schlechte Wasserqualität erkennt man daran, dass sich vermehrt Biofilm bildet → Tränken müssen deutlich häufiger gereinigt werden
Dringend handeln bei:
· verminderte Futteraufnahme
· zu geringe Milchleistung
· Harnsaufen bzw. Jauchepfützen lecken
· Stau im Tränkebereich / an den Tränken
· intensive Biofilmbildung trotz regelmäßiger und gründlicher Reinigung
· Rot- / Orangefärbung der Tränken
· Durchfall
· zu fester Kot
Tierbeobachtung
Eine regelmäßige und eingehende Tierbeobachtung ist essentiell, um mögliche Probleme schnell zu erkennen und darauf reagieren zu können. Die Tierbeobachtung sollte regelmäßig durchgeführt und fest in den Arbeitsablauf des Tages bzw. der Schicht integriert werden.
Es ist immer wichtig einen ruhigen und stressarmen Umgang mit den Tieren zu pflegen. Wichtig dabei ist die Kenntnis über normales Verhalten, damit auch schongeringe Abweichungen davon erkannt werden können.

Achtung
Dringend handeln bei:
· einzelne Tiere blockieren Fressplätze oder Tränken
· jüngere Tiere stehen abseits, trauen sich nicht an Futter- und / oder Tränkstellen heranzutreten
· Auftreten von Wundflächen Verletzungen (vor allem, wenn horntragende Kühe mit in der Gruppe sind)
· Unruhe bzw. nervöse Reaktion auf Tierpfleger
· Störungen des Kalbeverlaufs (z.B. Verzögerung, Geburtshilfe, Totgeburten)
· Verletzungen bei neugeborenen Kälbern
· Lahmheiten
· Ausgrätschen der Tiere, v.a. um die Kalbung herum
· Schweratmigkeit
· Husten


Zusammenfassung
Der Verlauf der Transitphase hat einen entscheidenden Einfluss auf die Kalbung und die nachfolgende Laktation. Wichtige Faktoren sind dabei der Standort der Tiere, die Gestaltung der Fütterung einschließlich der Wasserversorgung sowie die Durchführung des Trockenstellens.
Durch eine regelmäßige und eingehende Tierbeobachtung können Probleme in diesem Bereich schnell erkannt und die Ursachen dafür abgestellt werden.
Als Betreuer können Sie die Transitkuh unterstützen, indem Sie
- Mindestens einmal täglich das Verhalten der betreffenden Tiere beobachten
- die Futteraufnahme kontrollieren
- täglich die Tränken säubern und deren Funktion überprüfen,
- die Liegeflächen, und gegebenenfalls Laufflächen, sauber halten
- einen ruhigen und stressarmen Umgang mit den Tieren pflegen
Quiz zur Lernkontrolle





















