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Eutergesundheit – Grundlegendes Wissen

Grundlegendes Wissen
Eutergesundheit

Warum sollte man sich mit Eutergesundheit befassen?

Euterentzündung / Mastitis

Entstehung

Die Euterentzündung entsteht vorwiegend durch das Eindringen und die Schadwirkung von Mastitiserregern.

Wie bei jeder Faktorenerkrankung ist das Gleichgewicht zwischen Erregerdruck und Immunabwehr der Kuh entscheidend dafür, ob und wie stark eine Kuh, bzw. das Euterviertel, erkrankt nach Kontakt mit solchen Infektionserregern.

Merke: Eine saubere Aufstallung, wiederkäuergerechte Fütterung und optimale Melkroutine sowie -hygiene sind also Voraussetzung für eine gute Eutergesundheit.

Formen & Schweregrad

Mastitis ist nicht gleich Mastitis – es wird unterschieden zwischen klinischer und subklinischer Mastitis und der Schweregrad einer Euterentzündung wird eingeteilt in Grad 1 bis 3.

Die drei Grade der klinischen Mastitis zu kennen, ist wichtig als Entscheidungshilfe für die Behandlung!

Schalmtest

Anleitung

  • Milch in die Vertiefungen der Testschale melken (je Viertel ein Testfeld)
  • Abgießen der Milch bis zur Markierung
  • Etwa gleiche Menge Testflüssigkeit dazugeben
  • Durch Schwenken der Testschale vermengen und sofort ablesen
© Dr. Friederike Reinecke

Der Test reagiert mit einem Farbumschlag und einer Änderung der Viskosität der Flüssigkeit. Je intensiver der Farbumschlag und je gallertiger das Gemisch aus Milch und Testflüssigkeit wird, umso mehr Zellen sind in der Milch.

Melken

Das Melken ist ein wichtiger Faktor für die Eutergesundheit und Milchqualität. Es sollte auf stressfreien Umgang mit den Tieren und eine gute Melkroutine und -hygiene geachtet werden.

… hier gibt es beste Besiedlungsmöglichkeiten für Bakterien – so ist kein hygienisches Arbeiten möglich!
Melkerinnen und Melker sollten zu jeder Melkzeit saubere Bekleidung und neue Einmalhandschuhe tragen
Quelle: RGD BW
Voraussetzung für gutes Melken sind saubere Tiere und funktionierende Technik!

Aufbau & Funktion des Melkzeugs

Wichtig

Der Zitzengummi kommt direkt in Kontakt mit der Zitzenhaut, wenn der Strichkanal geöffnet ist und stellt somit ein Risiko für Kontaminationen dar! 

Seine Elastizität ist entscheidend für einen schonenden Melkprozess. Der Zitzengummi muss also stets sauber und elastisch sein und nach den Herstellerangaben gewechselt werden.

Wie kommt die Kuh zum Melken?

Wer eine Kuh zum Melkstand treiben will, muss gut sichtbar für sie sein – er darf sich also nicht im toten Winkel direkt hinter ihr befinden.
Die Kuh wird auf Druck in Form von langsamen Bewegungen des Treibers in der Bewegungszone reagieren.
Geradeaus treibt man eine Kuh am besten von schräg hinter ihr, also in ihrem Gesichtsfeld, in der Bewegungszone und deutlich hinter dem Balancepunkt.


Ein ruhiger Zutrieb ist wichtig, denn nur eine entspannte Kuh gibt die Milch gut her und ermöglicht ein zügiges Melken.

Positiver Nebeneffekt: weniger Abkoten im Melkstand und weniger Abwehrbewegungen.

Melken – Anrüsten

Unabhängig davon, wie genau die Vorreinigung der Zitzen erfolgt, sollte die Zeit vom ersten Handkontakt bis zum Ansetzen der Melkzeuge (wenn ohne Autostimulation gemolken wird) 60 bis 90 Sekunden betragen. 

Zusätzliche Information: Diese Zeit wird benötigt, damit nach dem Berührungsreiz an den Zitzen das in der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttete Hormon Oxytocin über die Blutbahn in das Euter gelangt und hier dafür sorgt, dass die Milch zügig ermolken werden kann.

Melken – was, wann und wie? 

Vorbereitung und Ansetzen

Kontaktaufnahme mit der Kuh

© Dr. Friederike Reinecke

Vormelken in den Vormelkbecher

Nach der Kontaktaufnahme mit der Kuh wird vorgemolken, um eine klinische Mastitis erkennen und die Milch falls möglich zu verwerfen. 

Gegebenenfalls Auffälligkeiten dokumentieren und Milch verwerfen

© Dr. Friederike Reinecke

Zitzenreinigung, ggf. Anwendung Predipp

Bei unauffälligem Vorgemelk wird die Routine ggf. durch das Aufbringen eines Predipp-Mittels weitergeführt (dieses sollte min. 30 Sekunden einwirken) oder aber gleich die Zitzenreinigung begonnen. 

© Dr. Friederike Reinecke

Zitzenreinigung, ggf. Anwendung Predipp 

Beim Predipp-Verfahren wird hierbei das Predipp-Mittel mit dem Schmutz abgenommen und die Zitze getrocknet.

Der Kontakt hierbei sollte 15 Sekunden betragen. 

Mindestens 1 Tuch pro Kuh!

© Dr. Friederike Reinecke

Melkzeug ansetzen mit Z-Knick-Technik

Nach den empfohlenen 60 – 90 Sekunden seit dem ersten Kontakt zur Zitze, sollte das Melkzeug angehangen werden, wobei Lufteinbrüche durch die Z-Knick-Technik vermieden werden müssen. 

© Dr. Friederike Reinecke

Kontrolle gerade Schlauchführung

Am Ende soll das Melkzeug gerade unter der Kuh positioniert sein ohne verdrehte Schläuche. 

© Dr. Friederike Reinecke

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Abnahme

Ausmelkgrad durch Zisternengriff bestimmen

In der Regel erfolgt die Melkzeugabnahme automatisch bei Unterschreiten einer gewissen Milchmenge pro Minute. Sollte per Hand abgenommen werden, wird der Ausmelkgrad mit dem Zisternengriff geprüft. 

© Dr. Friederike Reinecke

Melkzeug abnehmen

Das Melkzeug wird abgenommen und ggf. vorher das Vakuum abgesperrt und nach dessen Abfall das Melkzeug sanft abgezogen. 

© Dr. Friederike Reinecke

Sorgfältiges Dippen der Zitzen direkt nach Melkzeugabnahme

Anschließend werden die Zitzen gedippt, wobei auf ausreichend Benetzung jeder einzelnen Zitze geachtet werden muss. begonnen. 

© Dr. Friederike Reinecke

Melkzeugdesinfektion durch Sprühen oder Tauchen 

Bei Problemen mit oder ohne Prophylaxe von ansteckenden Erregern wird das Melkzeug nun in eine desinfizierende Lösung getaucht oder mit dieser eingesprüht. 

© Dr. Friederike Reinecke

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Milchprobenahme

Um eine aussagekräftige Probe zu erhalten, muss bei der Probenahme sorgfältig und so sauber wie möglich gearbeitet werden – am besten geht das zu zweit!

Material

  • Neue Einmalhandschuhe
  • Beschriftete Probenröhrchen
  • Sauberes Vorreinigungstuch
  • Desinfektionstücher oder Watte und Alkohol für Zitzendesinfektion

Vorgehen

Merke: Probenahme findet direkt vor dem Melken statt!

Milchprobenahme

1) Groben Schmutz von Zitzen und Euter entfernen mit Vorreinigungstuch

© Dr. Friederike Reinecke

2) Erste Strahlen Milch verwerfen, ggf. Schalmtest durchführen und Ergebnis im Untersuchungsantrag eintragen

© Dr. Friederike Reinecke

3) Zitzenspitzen mit Desinfektionstüchern reinigen und desinfizieren. Zuerst entfernt liegende Zitzen und dann die naheliegenden desinfizieren, so werden versehentliche Berührungen (= erneute Kontaminationen) bereits desinfizierter Zitzenspitzen verhindert.

© Dr. Friederike Reinecke

4) 1 bis 2 Milchstrahlen verwerfen, dann das beschriftete Proberöhrchen füllen. Den Deckel des Probenröhrchens am besten dem Helfer geben. Keinesfalls auf den Melkstandboden legen, in den Mund nehmen und nie auf der Innenseite berühren

© Dr. Friederike Reinecke

4.1) Diesmal umgekehrte Reihenfolge, also erst naheliegende Zitzen beproben, dann die entfernt liegenden Zitzen beproben.

4.2) Probenröhrchen schräg halten, damit kein Schmutz in die Probe fallen kann.

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Für Betriebe, die mit einem automatischen Melksystem (AMS) arbeiten, gibt es zudem weitere Punkte zu beachten: 

Arbeitsroutine für AMS-Betriebe

Einen eigentlichen Melker gibt es im Roboterbetrieb nicht – es muss jedoch jemand für die Tierkontrolle und das AMS zuständig sein und folgende Routinen einhalten: 

Täglich anfallende Arbeiten

Kontrolle AMS

  • Funktionieren alle Schritte beim Melken (Vorreinigung, Melken, Dippen)?
  • Funktioniert die Reinigung des Vorreinigungssystems, die Zwischendesinfektion der Melkbecher und die Reinigung dieser nach dem Melken?

2x täglich anfallende Arbeiten

Kontrolle der Alarmliste(n)

  • Tierliste für Kontrolle/Nachtreiben/ggf. Behandlung erstellen

Tierkontrolle, Nachtreiben und Behandlungen

  • Nachtreiben und ggf. Grund für Überfälligkeit ermitteln
  • Behandlungen nach dem Melken durchführen

Reinigung AMS und der Umgebung

  • achten Sie hierbei besonders auf alle Teile, die potentiell Kontakt zum Tier haben und die Kamera

Quiz zur Lernkontrolle

Frage 1
Welche Aussage trifft auf die subklinische Mastitis zu?
Mastitis
Die Milch sieht unauffällig aus, aber die Zellzahl der Milch ist erhöht.
Sie ist immer mit Fieber verbunden.
Sie ist leichter zu erkennen als die klinische Mastitis.
Sie verursacht immer sichtbare Rötungen und Schwellungen.
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Frage 1
Welche Form der Mastitis ist beim Vormelken leicht erkennbar?
Mastitis
Subklinische Mastitis
Klinische Mastitis
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Frage 1
Welche Aussage ist richtig?
Mastitis
Klinische Mastitis Grad 3 bedeutet, dass sich nur das Sekret verändert.
Klinische Mastitis Grad 1 ist die schwerste Form der Mastitis und geht unter anderem mit Allgemeinbefindungsstörungen einher.
Bei Klinischer Mastitis Grad 3 sollte dringend der Tierarzt hinzugezogen werden.
Ein Viertel mit Entzündungsanzeichen (Rötung/Schwellung/Wärme) ist ein klassisches Anzeichen von Klinischer Mastitis Grad 1.
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Frage 1
Was gehört zur Ausrüstung des Melkers?
Melken
Stiefel, Schal, Zigarette
Stiefel, Einmalhandschuhe, abwaschbare Schutzbekleidung
Sandalen, Einmalhandschuhe, Kopfbedeckung
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Frage 1
Wie treibt man die Kuh zum Melken?
Melken
Schnell, damit sie die Milch nicht vorher laufen lässt
Wild gestikulierend und laut schreiend, das geht am schnellsten
Ruhig und stressfrei, um ein zügiges Melken zu ermöglichen
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Frage 1
Wie viel Zeit sollte zwischen erster Berührung der Zitzen und Ansetzen der Melkzeuge vergehen?
Melken
60 - 90 Sekunden
30 – 60 Sekunden
90 – 120 Sekunden
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Frage 1
Was sollte direkt nach der Melkzeugabnahme erfolgen?
Melken
Austreiben der Kühe aus dem Melkstand
Dippen der Zitzen
Fieber messen
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Frage 1
Welche Nummerierung ist richtig zugeordnet?
Melken
3 = Sammelstück
1 = Melkbecher
6 = kurzer Vakuumschlauch
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Frage 1
Was gibt es beim Zitzengummi zu beachten?
Melken
Der Zitzengummi muss stets sauber und elastisch sein und nach den Herstellerangaben gewechselt werden.
Der Zitzengummi muss stets sauber und hart sein und nach den Herstellerangaben gewechselt werden.
Der Zitzengummi muss nie gewechselt werden.
weiter
Herzlichen Glückwunsch!

Quiz wiederholen
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